Schule
Ich unterrichte Deutsch und Geschichte am Gymnasium – zwei Fächer, die mehr miteinander zu tun haben, als es auf den ersten Blick scheint. Beide leben davon, dass man Texte liest, versteht und einordnet. Beide verlangen, dass man fragt, wie etwas gemeint ist – und zugleich fordern sie mich dazu auf, den Stoff und die Vermittlung auf die jeweilige Altersgruppe zuzuschneiden. Das ist die Herausforderung im Alltag. Im Idealfall nimmt jeder etwas aus dem Unterricht mit.
Deutsch
Von Klasse 5 bis zum Leistungskurs in der Oberstufe – das erfordert unterschiedlichste Zugänge. Die Inhalte helfen Schülerinnen und Schülern, ein Bewusstsein für ihre Sprache zu entwickeln: Wie kommunizieren wir, wie formulieren wir, was verändert sich – und welche Regeln bleiben bestehen?
Die Sprache wandelt sich in einem rasanten Tempo. Aus nichts wird nix, aus einem/eine wird ein, die Großschreibung gerät in eine Krise, die Schriftsprache gleicht sich mehr und mehr dem mündlichen Sprachgebrauch an.
Daneben interessiert mich besonders, wie Schülerinnen und Schüler ein Gespür für den poetischen Bereich entwickeln. Für einige ist die Schulzeit die einzige Begegnung mit Lyrik und Drama, mit Sprachspielen und Sprachexperimenten. Das möchte ich so interessant und spannend wie möglich gestalten.
Geschichte
Geschichte ist mehr als Fakten und Daten. Es geht darum, wie Vergangenheit gedeutet wird – und wie aus Ereignissen Mythen werden.
Unsere politischen Debatten zeigen, wie wichtig historisches Denken im Alltag ist. Wer sind wir, was macht uns aus – nicht im akademischen Sinne, sondern ganz konkret im Alltag? Geschichte hilft bei der Orientierung im Jetzt und bei der Planung für die Zukunft.
Dieses Bewusstsein bei Kindern und Jugendlichen zu wecken ist eine schöne und fordernde Aufgabe.
Was mich am Unterrichten interessiert
Ich unterrichte seit vielen Jahren – zunächst am Internat, jetzt extern. Was sich nicht verändert hat: die Überzeugung, dass guter Unterricht keine Einbahnstraße ist. Schülerinnen und Schüler bringen etwas mit, das es wert ist, ernst genommen zu werden.
Um Inhalte zu vermitteln, muss die persönliche Ebene stimmen. Wenn ein Schüler oder eine Schülerin emotional „die Tür zugeschmissen" hat, werde ich gar nichts erreichen. Vertrauter oder guter Freund – das ist nicht das Ziel. Aber die Beziehung sollte so unbelastet sein, dass der Weg für den Unterricht frei ist.
In der Mittelstufe liegt mir besonders die Spracharbeit am Herzen: Wie sprechen Schülerinnen und Schüler – und wie helfen wir ihnen dabei zu bemerken, dass Schriftsprache andere Regeln hat als das alltägliche Gespräch?
In der Oberstufe geht es um Komplexität: Texte, die nicht einfach sind. Fragen, die keine eindeutigen Antworten haben. Themen, die man aushalten und sich erarbeiten muss.